OWL Web Ontology Language Overview
Deutsche Übersetzung
- Original:
-
http://www.w3.org/TR/2004/REC-owl-features-20040210/
$Id: Overview.html,v 1.10 2004/02/10 15:29:19 sandro Exp $
- Diese Übersetzung:
-
http://www.semaweb.org/dokumente/w3/TR/2004/REC-owl-features-20040210-DE.html
Version 1.1 2004/11/01
- Übersetzer:
-
Anton Köstlbacher,
Dieses Dokument ist eine deutsche Übersetzung eines
W3C
-Textes. Sie enthält möglicherweise Fehler.
Sie hat keinerlei durch das W3C legitimierte normative Wirkung.
Das maßgebende Dokument ist das englische Original.
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Die Rechte an dieser deutschen Fassung liegen beim Übersetzer.
Die OWL Web Ontology Language wurde entwickelt, um es Anwendungen zu
ermöglichen den Inhalt von Informationen zu verarbeiten anstatt
die Informationen dem Anwender nur zu präsentieren.
OWL erleichtert durch zusätzliches Vokabular in Verbindung mit
formaler Semantik stärkere Interpretationsmöglichkeiten von Web Inhalten
als dies XML, RDF und RDFS ermöglichen.
OWL besteht aus drei Untersprachen mit steigender Ausdrucksmächtigkeit:
OWL Lite, OWL DL and OWL Full.
Dieses Dokument wurde für Leser erstellt, die einen ersten Eindruck
von den Möglichkeiten bekommen möchten, die OWL bietet.
Es stellt eine Einführung in OWL anhand der Beschreibung der Merkmale
der drei Untersprachen von OWL dar. Kenntnisse von
RDF Schema sind hilfreich für das Verständnis,
aber nicht unbedingt erforderlich.
Nach der Lektüre dieses Dokuments können sich interessierte Leser
für detailliertere Beschreibungen und ausführliche Beispiele
der Merkmale von OWL dem
OWL Guide zuwenden.
Die normative formale Definition von OWL findet sich unter
OWL Semantics
and Abstract Syntax.
Status dieses Dokuments
-
Einführung
-
Roadmap für dieses Dokument
-
Warum OWL?
-
Die drei Untersprachen von OWL
-
Struktur dieses Dokuments
-
Übersicht über die Sprache
-
OWL Lite Übersicht
-
OWL DL and OWL Full Übersicht
-
Beschreibung der Sprache OWL Lite
-
OWL Lite RDF Schema Merkmale
-
OWL Lite Äquivalenz and Inäquivalenz
-
OWL Lite Charakteristica der Properties
-
OWL Lite Property Restriktionen
-
OWL Lite Kardinalitätsrestriktionen
-
OWL Lite Klassenschnittmengen
-
OWL Datentypen
-
OWL Lite Header Informationen
-
OWL Lite Anmerkungen
-
OWL Lite Versionierung
-
Beschreibung der Sprachen OWL DL und OWL Full
-
Zusammenfassung
-
Verweise
-
Danksagung
-
Änderungsverzeichnis
1. Einführung
Dieses Dokument beschreibt die OWL Web Ontology Language.
OWL wurde entwickelt, um es Anwendungen zu ermöglichen, den Inhalt von
Informationen zu verarbeiten anstatt die Informationen dem Anwender nur
zu präsentieren. OWL kann dazu benutzt werden, ausdrücklich die Bedeutung
von Termen in Vokabularien und deren Verknüpfungen zu repräsentieren.
Diese Repräsentation nennt man Ontologie.
OWL bietet mehr Möglichkeiten Inhalt und Bedeutung auszudrücken,
als dies von XML, RDF und RDFS ermöglicht wird.
Des weiteren übertrifft OWL diese Sprachen in der Möglichkeit
maschineninterpretierbaren Inhalt im Web zu repräsentieren.
OWL ist eine überarbeitete Version der
DAML+OIL web ontology language, die die aus dem Design und der
Anwendung von DAML+OIL gewonnen Erkenntnisse in sich vereinigt.
1.1 Roadmap für dieses Dokument
OWL wird in einem ganzen Satz von Dokumenten beschrieben.
Jedes ist für einen anderen Zweck und eine andere Zielgruppe bestimmt.
Im folgenden finden Sie eine kurze Roadmap zur Navigation durch diese
Dokumente:
-
Dieser OWL
Überblick gibt durch eine Liste der Sprachmerkmale mit kurzen
Beschreibungen dieser Merkmale eine einfache Einführung in OWL.
-
Der OWL Guide
zeigt die Verwendung von OWL durch ein ausführliches Beispiel.
Er beinhaltet ein Glossar
der in den Dokumenten verwendeten Terminologie;
-
Die OWL
Referenz liefert eine systematische und kompakte
(aber immernoch informativ formulierte)
Beschreibung aller Modellbestandteile von OWL;
-
Das OWL
Semantics and Abstract Syntax Dokument ist die endgültige und
formelle normative Definition der Sprache;
-
Das OWL Web
Ontology Language Test Cases Dokument beinhaltet einen große Zahl von
von Musterbeispielen für die Sprache;
-
Das OWL Use
Cases and Requirements Dokument beinhaltet einen Satz von
Anwendungsbeispielen für eine Web Ontologiesprache und es sind darin
eine Reihe von Anforderungen an OWL zusammengestellt.
Die empfohlene Lesereihenfolge für die ersten vier Dokumente
ist wie oben angegeben, da sie mit steigendem Niveau technischen
Inhalts aufgeführt sind. Die letzten beiden Dokumente vervollständigen
diese Reihe von Dokumenten.
1.2 Warum OWL?
Das Semantic Web ist die Vision einer Zukunft des Webs,
in dem Informationen eine ausdrückliche Bedeutung zugewiesen wird.
Dies soll es für Maschinen einfacher machen automatisch
Informationen aus dem Web zu verarbeiten und zusammenzuführen.
Das Semantic Web baut auf den Möglichkeiten von XML auf, angepasste
Auszeichnungsschemata zu definieren und auf den flexiblen Ansatz
der Datenrepräsentation von RDF.
Die erste Schicht oberhalb von RDF, die für das Semantic Web
notwendig ist, ist eine Onotologiesprache, die formal die
Bedeutung der in Web-Dokumenten verwendeten Terminologie beschreibt.
Wenn man von Maschinen erwarten will, dass sie nützliche
Folgerungen aus diesen Dokumenten ziehen, muß die Sprache
über die grundlegende Semantik von RDF Schema hinausgehen.
Das OWL Use Cases
and Requirements Document bietet weitere
Details
über Ontologien, es zeigt den Bedarf für eine
Web Ontologie Sprache durch
sechs
Anwendungsbeispiele, and formuliert
Design
Ansprüche,
Anforderungen und
Ziele von OWL.
OWL wurde entwickelt, um das Bedürfnis nach einer Ontologiesprache
für das Netz zu befriedigen. OWL ist Teil des wachsenden Bestandes
von W3C Empfehlungen für das Semantic Web.
-
XML stellt eine Syntax für
strukturierte Dokumente zur Verfügung, nutzt aber keine semantische
Eingrenzung der Bedeutung dieser Dokumente.
-
XML Schema ist die Sprache
um die Struktur von XML Dokumenten festzulegen und erweitert XML
auch um die Datentypen.
-
RDF ist ein Datenmodell für Resourcen und Relationen
zwischen diesen. Es stellt eine einfache Semantik für das Datenmodell
zur Verfügung. Diese Datenmodelle können in XML repräsentiert werden.
-
RDF Schema ist ein Vokabular zur Beschreibung der Eigenschaften
und Klassen von RDF Resourcen, mit einer Semantik für verallgemeinernde
Hierarchien solcher Eigenschaften und Klassen.
-
OWL fügt mehr Vokabeln zur Beschreibung von Eigenschaften
und Klassen hinzu: unter anderem: Relationen zwischen Klassen
(z.B. Disjunktheit), Kardinalität (z.B. "genau einer"), Äquivalenz,
mehr Propertietypen, Charakteristika von Properties
(z.B. Symmetrie), und Klassen, die durch die Aufzählung ihrer Mitglieder
definiert werden.
1.3 Die drei Untersprachen von OWL
OWL bietet drei Untersprachen mit zunehmender Ausdrucksstärke.
Diese wurden für die Verwendung durch spezielle Gruppen
von Entwicklern und Anwendern entwickelt.
-
OWL
Lite unterstützt primär den Benutzer, der eine
Klassifikationshierarchie und einfache Restriktionen benötigt.
Zum Beispiel erlaubt es zwar Kardinalitätsrestriktionen,
aber nur die Kardinalitätswerte 0 und 1.
Es sollte einfacher sein Tools für OWL Lite zu entwickeln,
als für seine ausdrucksstärkeren Verwandten, außerdem bietet
OWL Lite eine schnelle Möglichkeit zur Migration von Thesauri
und anderen Taxonomien. OWL hat auch eine geringere formale
Komplexität als OWL DL, siehe
Abschnitte
zu OWL Lite in der OWL Referenz für weitere Details.
-
OWL DL unterstützt die Benutzer, die das Maximum an
Ausdrucksstärke haben möchten und behält dabei die vollständige
Verarbeitbarkeit (alle Folgerungen können garantiert gezogen werden)
und Entscheidbarkeit (jede Verarbeitung wird in endlicher Zeit
durchgeführt). OWL DL schließt alle OWL Sprachkonstrukte ein, diese
können aber nur unter bestimmten Bedingungen verwendet werden
(z.B. kann eine Klasse Unterklasse vieler Klassen sein, eine Klasse
kann aber keine Instanz einer anderen Klasse sein). OWL DL wird
so genannt, weil es den Anforderungen der
Description Logics genügt, einem Forschungsfeld,
das die Logik behandelt, die die formelle Basis von OWL begründet.
Anmerkung des Übersetzers:
Description Logic (DL) repräsentiert eine entscheidbare
terminologische Logik, also eine Teilmenge der Prädikatenlogik
erster Stufe.
-
OWL Full ist für Benutzer gedacht, die maximale
Ausdrucksstärke und die syntaktische Freiheit von RDF möchten,
allerdings ohne eine Garantie der Verarbeitbarkeit.
Zum Beispiel kann in OWL Full eine Klasse gleichzeitig als
Collection von Individuals behandelt werden und als
eigenes Individual.
OWL Full erlaubt es einer Ontologie die Bedeutung von
vordefiniertem (RDF oder OWL) Vokabular zu erweitern. Es ist
unwahrscheinlich, dass irgendeine Schlussfolgerungssoftware
das komplette Schlussfolgern für jedes Feature von OWL Full
unterstützen können wird.
Jede dieser Untersprachen ist eine Erweiterung des einfacheren
Vorgängers, sowohl in dem, was korrekterweise ausgedrückt werden kann,
als auch in dem, was gültig geschlussfolgert werden kann.
Die folgenden Beziehungen bestehen. Nicht jedoch ihre Umkehrung.
-
Jede korrekte OWL Lite Ontologie ist eine korrekte OWL DL Ontologie.
-
Jede korrekte OWL DL Ontologie ist eine korrekte OWL Full Ontologie.
-
Jede gültige OWL Lite Schlussfolgerung ist eine gültige OWL DL
Schlussfolgerung.
-
Jede gültige OWL DL Schlussfolgerung ist eine gültige OWL Full
Schlussfolgerung.
Ontologie-Entwickler, die OWL verwenden möchten, sollten bedenken,
welche Untersprache ihren Bedürfnissen am besten entspricht.
Die Wahl zwischen OWL Lite und OWL DL hängt vom Grad ab,
bis zu welchem man die stärkere Ausdruckskraft von OWL DL
benötigt. Die Wahl zwischen OWL DL und OWL Full hängt
hauptsächlich davon ab, bis zu welchem Grad man die
Meta-Modelling-Möglichkeiten von RDF Schema benötigt
(z.B. Klassen von Klassen zu definieren, oder Klassen
Eigenschaften zuweisen zu können). Wenn man OWL Full
anstatt OWL DL benutzt, ist die Unterstützung durch
Schlussfolgerungssoftware weniger vorhersagbar,
da es bisher noch keine OWL Full Implementationen gibt.
OWL Full kann als Erweiterung von RDF gesehen werden, während OWL
Lite und OWL DL als Erweiterungen einer eingeschränkten Sicht auf RDF
gesehen werden können. Jedes OWL (Lite, DL, Full) Dokument ist ein RDF
Dokument, und jedes RDF Dokument ist ein OWL Full Dokument, aber nur
bestimmte RDF Dokumente sind korrekte OWL Lite oder OWL DL Dokumente.
Deshalb muss man vorsichtig vorgehen, wenn man ein RDF Dokument
nach OWL migrieren möchte. Wenn die Ausdrucksstärke von OWL DL
oder OWL Lite für ein Dokument als angemessen erachtet wird,
müssen einige Vorkehrungen getroffen werden, um sicherzustellen,
dass das ursprüngliche RDF Dokument die Einschränkungen,
die OWL DL und OWL Lite auferlegen, erfüllt.
Unter anderem muss jeder URI, die als Klassenname verwendet wird
explizit der Typ owl:Class (analog für Properties) zugewiesen werden.
Jedes Individual muss mindestens einer Klasse angehören
(und sei es nur der Klasse owl:Thing). Die URIs, die für Klassen,
Eigenschaften und Individuals verwendet werden müssen
untereinander disjunkt sein. Die Details dieser und anderer Einschränkungen
werden im
Appendix E der OWL Referenz erklärt.
1.4 Struktur dieses Dokuments
Dieses Dokument beschreibt zuerst die Merkmale von OWL Lite,
gefolgt von der Beschreibung der Merkmale, die in OWL DL und
OWL Full hinzukommen. (OWL DL und OWL Full beinhalten
die gleichen Merkmale, OWL Full ist nur freier,
was die Kombination dieser Merkmale angeht).
2. Übersicht über die Sprache
Dieser Abschnitt liefert einen kurzen Index aller Merkmale von
OWL Lite, OWL DL, and OWL Full.
Kursiv geschriebene Ausdrücke sind OWL-Ausdrücke. Die Prefixe
rdf: oder rdfs: werden verwendet, wenn die Ausdrücke bereits
in RDF oder RDF Schema existieren. Andernfalls wird der Ausdruck durch
OWL eingeführt. So zeigt der Ausdruck rdfs:subPropertyOf,
dass subPropertyOf bereits im rdfs Vokabular
(technisch gesprochen: im rdfs namespace) enthalten ist.
Auch wird der Ausdruck Class präziser definiert mit
owl:Class und ist so ein Ausdruck, der durch OWL eingeführt wird.
Anmerkung des Übersetzers:
Auf einige Ausdrücke, die für das Verständnis der nachfolgenden
Abschnitte hilfreich sind, soll an dieser Stelle kurz hingewiesen
werden.
- Property (Eigenschaft)
- Statement, to state (Aussage, aussagen)
- Restriction (Beschränkung, Restriktion)
- Cardinality (Kardinalität)
- Reasoner (Logisch Denkender, dies kann auch eine Software sein)
- Domain (Domäne)
- Range (Wertebereich)
In
Kapitel 3 und
Kapitel 4 des
vorliegenden Dokuments sind die Ausdrücke mit der entsprechenden
Stelle im
OWL Guide verlinkt. Eine Beschreibung der Ausdrücke findet sich auch im
Glossar
des
OWL Guide. Eine übersichtliche
Erläuterung der dem RDF- und RDFS-Vokabular entnommenen Ausdrücke finden sich im
RDF-Primer und im
RDF-Schema Dokument.
2.1 OWL Lite Übersicht
Die Liste der OWL Lite Sprachausdrücke wird im folgenden angegeben.
|
RDF Schema Merkmale:
|
(In)Äquivalenz:
|
Property Characteristika:
|
|
Property Einschränkungen:
|
Eingeschränkte Kardinalität:
|
Header Information:
|
|
Klassen Schnittmenge:
|
Versionierung:
|
Properties zur Annotation:
|
|
Datentypen
|
2.2 OWL DL and Full Übersicht
Die Liste der OWL DL und OWL Full Ausdrücke, die zusätzlich zu
denen von OWL Lite bestehen oder diese erweitern:
|
Klassen Axiome:
|
Boolsche Kombinationen von Klassenausdrücken:
|
|
Beliebige Kardinalität:
|
Wert Information:
|
3. Beschreibung der Sprache OWL Lite
Dieser Abschnitt bietet eine informelle Beschreibung der OWL Lite
Sprachfeatures. Hier wird die spezielle Syntax dieser Features
nicht angesprochen (siehe
OWL Referenz für
Definitionen). Jedes Sprachmerkmal ist verlinkt mit der entsprechenden
Stelle im OWL Guide für
mehr Beispiele und die Anleitung zur Verwendung.
OWL Lite nutzt nur einige der OWL Sprachmerkmale und hat mehr
Einschränkungen, was die Benutzung dieser Merkmale betrifft,
als OWL DL oder OWL Full. Zum Beispiel können in OWL Lite Klassen
nur bezüglich benannter Oberklassen definiert werden
(Oberklassen können keine beliebigen Ausdrücke sein), und es können
nur bestimmte Arten von Klassenrestriktionen verwendet werden.
Gleichheit zwischen Klassen sowie Unterklasse Relationen zwischen
Klassen sind ebenfalls nur zwischen benannten Klassen erlaubt und
nicht zwischen beliebigen Klassenausdrücken.
Ebenso können Restrictions in OWL Lite nur auf benannte Klassen angewendet werden.
Auch bietet OWL Lite nur begrenzte Notationen von Kardinalität -
die einzigen Kardinalitäten, die explizit ausgesagt
werden dürfen, sind 0 oder 1.
3.1 OWL Lite RDF Schema Merkmale
Die folgenden OWL Lite Merkmale, die mit RDF Schema in Verbindung
stehen, gibt es:
-
Class: Eine Klasse definiert eine Gruppe von
Individuals, die zusammengehören, weil sie einige Eigenschaften
gemeinsam haben. Zum Beispiel sind Deborah und Frank beide Mitglieder
der Klasse Person. Klassen können durch
subClassOf in einer Hierarchie organisiert werden.
Es gibt die vordefinierte allgemeinste Klasse
Thing
der alle Individuals angehören und die eine Oberklasse aller
OWL Klassen ist. Es gibt außerdem die vordefinierte speziellste
Klasse
Nothing. Sie ist die Klasse, die keine Instanzen besitzt
und eine Unterklasse jeder OWL Klasse ist.
-
rdfs:subClassOf: Klassenhierarchien können erstellt
werden, indem man eine oder mehrere Aussagen macht, die besagen,
dass eine Klassen eine Unterklasse einer anderen Klasse ist.
Zum Beispiel könnte die Klasse Person als Unterklasse der Klasse
Säugetier definiert werden. Daraus kann ein logisch Denkender ableiten,
dass ein Individuum, das eine Person ist, auch ein Säugetier ist.
-
rdf:Property: Properties (Eigenschaften) können verwendet werden um
Beziehungen zwischen Individuen oder von Individuen zu Datenwerten
auszusagen. Beispiele für Properties sind: hasChild, hasRelative,
hasSibling und hasAge. Die ersten drei kann man benutzen,
um eine Instanz der Klasse Person mit einer anderen Instanz
der Klasse Person zu verknüpfen (sie sind deshalb Erscheinungen von
ObjectProperty). Die letzte (hasAge) kann man verwenden,
um eine Instanz der Klasse Person mit einer Instanz des Datentyps
Integer zu verbinden (sie ist deshalb eine Ausprägung von
DatatypeProperty). Beide owl:ObjectProperty und
owl:DatatypeProperty sind
Unterklassen
der RDF Klasse rdf:Property.
-
rdfs:subPropertyOf: Properitehierarchien können
erstellt werden, indem man eine oder mehrere Aussagen macht,
dass eine Eigenschaft eine Untereigenschaft von einer oder mehreren
Eigenschaften ist. Zum Beispiel kann hasSibling als Untereigenschaft
von hasRelative festgelegt werden. Dadurch kann ein
logisch Denkender ableiten, dass, wenn ein Individuum
durch die hasSibling Property mit einem anderen Individuum
in Beziehung steht, es auch durch die hasRelative Property
mit diesem in Beziehung steht.
-
rdfs:domain: Eine Domäne einer Property schränkt
die Individuen ein, auf welche diese Property angewendet
werden kann. Wenn eine Property ein Individuum
mit einem anderen verknüpft und diese Property eine
Klasse als eine ihrer Domänen besitzt, muss das Individuum
dieser Klasse angehören. Zum Beispiel kann der hasChild Property
die Domain Säugetier zugewiesen werden. Daraus kann ein
logisch Denkender ableiten, dass wenn Frank hasChild Anna,
dann muss Frank ein Säugetier sein.
Merke: rdfs:domain nennt man eine globale Restriktion,
da die Beschränkung einer Property auferlegt wird und zwar
nicht nur dann, wenn sie mit einer speziellen Klasse verknüpft ist.
Für weitere Informationen siehe die Erläuterungen unten.
-
rdfs:range: Der Wertebereich einer Property
limitiert die Individuen, die eine Property als Wert
besitzen darf. Wenn eine Property ein Individuum mit einem
anderen verknüpft und die Property als Wertebereich eine Klasse
hat, muss das andere Individuum dieser Wertebereichsklasse angehören.
Zum Beispiel kann der Property hasChild der Wertebereich
Säugetier zugewiesen werden.
Daraus kann ein logisch Denkender ableiten, dass wenn Louis
mittels hasChild mit Deborah verknüpft ist (Deborah ist das
Kind von Louise), dann ist Deborah ein Säugetier.
Range ist ebenso wie Domain eine globale Restriktion. Auch hier:
Siehe die Erläuterungen zu lokalen Restriktionen unten (z.B.
AllValuesFrom) für mehr Information.
-
Individual :
Individuals (Individuen) sind Instanzen von Klassen. Properties
kann man verwenden, um Individuen miteinander zu verknüpfen.
Zum Beispiel kann ein mit Deborah bennantes Individuum,
als Instanz der Klasse Person beschrieben werden und die
Property hasEmployer kann verwendet werden, um das Individuum
Deborah mit dem Individuum StanfordUniversity zu verknüpfen.
3.2 OWL Lite Äquivalenz and
Inäquivalenz
Die folgenden OWL Lite Merkmale betreffen Äquivalenz oder Inäquivalenz.
-
equivalentClass :
Über zwei Klassen kann Äquivalenz ausgesagt werden. Äquivalente
Klassen haben die gleichen Instanzen. Äquivalenz kann verwendet
werden um synonyme Klassen zu erstellen.
Zum Beispiel kann Auto als equivalentClass zu Personenkraftwagen
definiert werden. Daraus kann ein logisch Denkender ableiten,
dass jedes Individuum, welches eine Instanz der Klasse Auto ist,
auch eine Instanz der Klasse Personenkraftwagen ist und umgekehrt.
-
equivalentProperty:
Über zwei Properties kann ausgesagt werden, dass sie äquivalent sind.
Äquivalente Properties verbinden ein Individuum mit dem
gleichen Satz von anderen Individuen. Äquivalenz kann verwendet
werden, um synonyme Properties zu erstellen.
hasLeader kann zum Beispiel als equivalentProperty zu
hasHead definiert werden. Daraus kann ein logisch Denkender ableiten,
dass wenn X durch die Property hasLeader mit Y verknüpft ist,
dann X auch durch die Property hasHead mit Y verknüpft ist
und umgekehrt. Ein logisch Denkender kann auch ableiten,
dass hasLeader eine Untereigenschaft von hasHead ist und hasHead
eine Untereigenschaft von hasLeader.
-
sameAs:Über zwei Individuen kann ausgesagt werden,
dass sie das gleiche sind. Dieses Konstrukt kann man verwenden,
um eine Vielzahl verschiedener Namen zu erstellen,
die alle auf das gleiche Individuum verweisen.
Zum Beispiel kann man aussagen, dass das Individuum Deborah
das gleiche ist, wie das Individuum DeborahMcGuiness.
-
differentFrom:Über ein Individuum kann ausgesagt werden
dass es sich von anderen Individuen unterscheidet.
Zum Beispiel kann man aussagen, dass das Individuum Frank sich
von den Individuen Deborah und Frank unterscheidet.
Wenn also die Individuen Frank und Deborah beide Werte einer
Eigenschaft sind, von der angegeben wird, functional zu sein
(d.h. die Eigenschaft hat höchstens einen Wert), dann ergibt
sich ein Widerspruch. Explizit auszusagen, dass Individuen
unterschiedlich voneinander sind kann wichtig sein,
wenn man Sprachen wie OWL (und RDF) verwendet, die nicht
davon ausgehen, dass Individuen einen und nur einen Namen besitzen.
Zum Beispiel kann ein logisch Denkender ohne zusätzliche Information
nicht ableiten, dass Frank und Deborah Namen
für unterschiedliche Individuen sind.
-
AllDifferent: Über eine Anzahl von Individuen kann mit einer
AllDifferent-Aussage ausgesagt werden, dass sie alle voneinander verschieden
(eng.: mutually distinct) sind. Zum Beispiel könnte durch ein
AllDifferent-Statement ausgesagt werden, dass Frank, Deborah und Jim
voneinenader verschieden sind. Anders als bei differentFrom,
würde dies erzwingen, dass auch Jim und Deborah aus obigem Beispiel
verschieden sind (nicht nur, dass Frank verschieden von Deborah
und Frank verschieden von Jim ist, sondern auch dass Deborah und Jim
verschieden sind). Das AllDifferent Konstrukt ist besonders nützlich,
wenn es eine Reihe unterschiedlicher Objekte gibt und wenn man als
Ersteller daran interessiert ist, festzulegen dass es nur
eindeutige Namen innerhalb dieser Reihe von Objekten gibt.
Es wird in Verbindung mit
distinctMembers verwendet, um auszusagen, dass alle Mitglieder
einer Liste verschieden und paarweise disjunkt sind.
3.3 OWL Lite Charakteristika der Properties
Es gibt spezifische Bezeichner in OWL Lite, die benutzt werden,
um Informationen, die Properties und ihre Werte betreffen, anzugeben.
Die Unterscheidung zwischen ObjectProperty und
DatatypeProperty wurde oben in der Beschreibung
der Properties bereits angesprochen.
-
inverseOf:Es kann ausgesagt werden, dass eine Property
die Inverse einer anderen Property ist. Wenn über die Property P1
ausgesagt wird, die Inverse zur Property P2 zu sein und wenn X
mit Y durch P2 verknüpft ist, dann ist Y mit X durch P1 verknüpft.
Beispiel: Wenn hasChild die Inverse zu hasParent ist und Deborah
hasParent Louise, kann ein logisch Denkender ableiten,
dass Louise hasChild Deborah.
-
TransitiveProperty: Über Properties kann ausgesagt
werden, dass sie transitiv sind. Wenn eine Property transitiv ist
und wenn das Paar (x,y) eine Instanz der transitiven Property P
ist und wenn das Paar (y,z) auch eine Instanz von P ist,
dann ist das Paar (x,z) auch eine Instanz von P.
Beispiel: Wenn die Property Vorfahre als transitiv definiert wird
und Sara ein Vorfahre von Louise ist (d.h. (Sara, Louise) ist eine
Instanz der Property Vorfahre), und Louise Vorfahre von Deborah
(d.h. Louise, Deborah) ist, dann kann ein logisch Denkender ableiten,
dass Sara Vorfahre von Deborah ist (d.h. (Sara,Deborah) ist eine
Instanz der Property Vorfahre).
OWL Lite (und OWL DL) erzwingen die Nebenbedingung,
dass transitive Properties (und ihre Unterproperties)
keine maxCardinality 1 Restriktion haben können.
Ohne diese Nebenbedingung wären OWL Lite und OWL DL Sprachen,
die keine eindeutigen Entscheidungen zulassen würden.
Siehe Abschnitt Property Axiom des Dokuments
OWL Semantics and
Abstract Syntax für weitere Informationen.
-
SymmetricProperty: Es kann ausgesagt werden, dass
Properties symmetrisch sind. Wenn eine Property symmetrisch
ist und wenn das Paar (x,y) eine Instanz dieser symmentrischen
Property P ist, dann ist das Paar (y,x) ebenfalls eine
Instanz von P. Beispiel: Die Property Freund kann als
symmetrisch definiert werden. Dann kann ein logischer Denker,
dem gesagt wird, dass Frank ein Freund von Deborah ist,
ableiten, dass Deborah ein Freund von Frank ist.
-
FunctionalProperty : Über Properties kann ausgesagt
werden, dass sie nur einen Wert besitzen. Wenn eine Property
eine FunctionalProperty ist kann sie nicht mehr als einen
Wert für jedes Individuum haben (sie kann auch keinen Wert haben).
Dieses Charakteristikum wird auch als Besitz einer einwertigen
Eigenschaft bezeichnet. FunctionalProperty ist eine Abkürzung für die
Aussage, dass die minimale Kardinalität einer Eigenschaft 0
ist und die maximale Kardinalität 1. Zum Beispiel: hasPrimaryEmployer
kann als FunctionalProperty definiert werden. Daraus kann ein
logischer Denker schließen, dass kein Individuum mehr als einen
Hauptarbeitgeber haben kann. Das heißt aber nicht, dass jede Person
mindestens einen Hauptarbeitgeber haben muss.
-
InverseFunctionalProperty: Über eine Property kann
ausgesagt werden, dass sie invers funktional ist.
Wenn eine Property invers funktional ist, dann ist die Inverse
dieser Property funktional. Also hat die Inverse einer Property
höchstens einen Wert für jedes Individuum. Dieses Charakteristikum wird
auch als unzweideutige Eigenschaft bezeichnet.
Zum Beispiel kann ausgesagt werden, dass hasUSSocialSecurityNumber
(ein eindeutiger Bezeichner für Bewohner der Vereinigten Staaten)
invers funktional (oder unzweideutig) ist. Die Inverse dieser
Property (die man als isTheSocialSecurityNumberFor bezeichnen kann)
hat höchstens einen Wert für jedes Individuum der Klasse
Sozialversicherungsnummern. Daraus kann ein logisch Denkender ableiten,
dass keine zwei verschiedenen Instanzen von Person die gleiche
Sozialversicherungsnummer haben können und er kann auch ableiten,
dass wenn zwei Instanzen der Klasse Person die gleiche
Sozialversicherungsnummer haben, dann bezeichnen
diese beiden Instanzen die selbe Person.
3.4 OWL Lite Property Restriktionen
OWL Lite erlaubt es Einschränkungen zu definieren, wie Properties
durch Instanzen einer Klasse verwendet werden können. Diese Restriktionen
(und die Kardinalitätsrestriktionen im nächsten Abschnitt) werden
innerhalb des Kontexts einer
owl:Restriction
verwendet.
Das
owl:onProperty
Element zeigt die eingeschränkte Property an. Die folgenden beiden
Einschränkungen limitieren, welche Werte verwendet werden können,
während die Einschränkungen im nächsten Abschnitt limitieren
wieviele Werte verwendet werden können.
-
allValuesFrom: Die Einschränkung allValuesFrom wird
über eine Property unter Berücksichtigung einer Klasse ausgesagt.
Das heißt, dass diese Property für diese spezielle Klasse
eine lokale Wertebereichseinschränkung hat. Also wenn eine Instanz
der Klasse durch diese Property mit einem anderen Individuum
verknüpft ist, dann kann man über das zweite Individuum herausfinden,
dass es eine Instanz dieser lokalen Wertebereichsklasse ist.
Beispiel: Die Klasse Person kann eine Property hasDaughter haben,
die eingeschränkt ist auf allValuesFrom der Klasse Woman.
Das heißt, dass wenn eine Person Louise hasDaughter Deborah,
dann kann ein logisch Denkender ableiten, dass Deborah eine
Instanz der Klasse Woman ist. Diese Beschränkung erlaubt es,
die Property hasDaughter mit anderen Klassen zu verwenden,
z.B. der Klasse Katze, und dabei eine entsprechende
Wertebereichseinschränkung für die Verwendung mit dieser Klasse
zu nutzen. In diesem Falle würde hasDaughter die lokale
Wertebereichseinschränkung von Katze haben, wenn die Property
mit dieser Klasse verknüpft wird und die lokale
Wertebereichsbeschränkung Person, wenn sie mit der Klasse
Person verknüpft wird. Merke, dass ein logisch Denkender nicht
alleine aus einer allValuesFrom Einschränkung ableiten kann,
dass es tatsächlich mindestens einen Wert für diese Property gibt.
-
someValuesFrom: Die Einschränkung someValuesFrom
wird über eine Property unter Berücksichtigung einer Klasse ausgesagt.
Eine spezielle Klasse kann eine Einschränkung für eine Property
haben, die besagt, dass mindestens ein Wert dieser Eigenschaft
von einem bestimmten Typ ist.
Zum Beispiel kann die Klasse SemanticWebPaper eine someValuesFrom
Restriktion für die Property hasKeyword haben, die aussagt,
dass irgendein Wert der hasKeyword-Property eine Instanz der
Klasse SemanticWebTopic sein soll.
Dies erlaubt es für die Möglichkeit, dass es mehrere Keywords
gibt und so lang eines oder mehrere davon eine Instanz der Klasse
SemanticWebTopic sind, dass das Paper die someValuesFrom
Einschränkung erfüllt. Anders als allValuesFrom, erzwingt
someValuesFrom nicht, dass alle Werte der Property
Instanzen der gleichen Klasse sind.
Wenn myPaper eine Instanz der SemanticWebPaper Klasse ist, dann
ist myPaper durch die hasKeyword Property mit mindestens
einer Instanz der SemanticWebTopic Klasse.
Merke: Ein logischer Denker kann nicht ableiten
(wie er es mit allValuesFrom ableiten könnte),
dass alle Werte von hasKeyword Instanzen der
SemanticWebTopic Klasse sind.
3.5 OWL Lite Kardinalitätsrestriktionen
OWL Lite beinhaltet eine eingeschränkte Form von
Kardinalitätsrestriktionen. OWL (und OWL Lite)
Kardinalitätseinschränkungen werden als lokale Restriktionen
bezeichnet, da sie unter Berücksichtigung einer speziellen Klasse
auf Properties angewendet werden. Das heißt, die Einschränkungen
begrenzen die Kardinalität dieser Property auf Instanzen dieser
Klasse. OWL Lite Kardinalitätsrestriktionen sind begrenzt,
da sie nur Aussagen erlauben die Kardinalitäten
mit den Werten 0 und 1 betreffen (sie erlauben keine beliebigen
Werte für Kardinalität, wie in OWL DL und OWL Full).
-
minCardinality: Kardinalität wird unter Berücksichtigung
einer speziellen Klasse über eine Property ausgesagt.
Wenn eine minCardinality von 1 für eine Property unter
Berücksichtigung einer speziellen Klasse ausgesagt wird,
dann wird jede Instanz dieser Klasse mit mindestens einem
Individuum durch diese Property verknüpft.
Diese Einschränkung stellt einen anderen Weg dar, zu sagen,
dass die Property für alle Instanzen dieser Klasse einen Wert
haben muss. Beispiel: Jede Instanz der Klasse Eltern hat
eine minimale Kardinalität von 1 bezüglich der Property
hatNachkommen, nicht so die Klasse Person.
Wenn ein logischer Denker weiß, das Louise eine Person ist,
kann er nichts über die minimale Kardinalität bzgl. der Property
hatNachkommen aussagen. Wenn Louise aber eine Instanz der Klasse
Eltern ist, kann der logische Denker ableiten, dass Louise mit
mindestens einem Individuum durch die Property hatNachkommen
verknüpft ist. In OWL Lite sind nur minimale Kardinalitäten
von 0 oder 1 erlaubt. Eine minimale Kardinalität von 0
für eine Property sagt (wenn keine weitere Information vorliegt)
nur, dass diese Eigenschaft bzgl. einer Klasse optional ist.
Z.B. kann die minimale Kardinalität für hatNachkommen bzgl.
der Klasse Person 0 sein, während sie gleichzeitig für die
Unterklasse Eltern 1 ist.
-
maxCardinality: Kardinalität wird unter Berücksichtigung
einer bestimmten Klasse über eine Property ausgesagt.
Wenn eine maxCardinality von 1 über eine Property bzgl.
einer Klasse ausgesagt wird, dann kann jede Instanz dieser
Klasse maximal mit einem Individuum durch diese Property
verknüpft werden. Die maxCardinality 1 Beschränkung wird manchmal
als funktionale oder eindeutige Property bezeichnet.
Beispiel: Die Property istInEinemWahlbezirkRegistriert für die
Klasse BürgerDerUSA darf eine maximale Kardinalität von eins haben
(weil die Bürger nur in einem Wahlbezirk wählen dürfen). Daraus
kann ein logischer Denker ableiten, dass einzelne Instanzen der Klasse
BürgerDerUSA nicht mit zwei oder mehreren verschiedenen Individuen
durch die istInEinemWahlbezirkRegistriert Property verknüpft sein
dürfen. Es kann sinnvoll sein, die Aussage zu treffen, dass bestimmte
Klassen keine Werte für eine bestimmte Property haben. Beispiel:
Instanzen der Klasse UnverheiratetePerson sollte mit keinem
Individuum durch die Property hatEhepartner verknüpft sein.
Diese Situation wird durch eine maximale Kardinalität von null
für die hatEhepartner Property der Klasse UnverheiratetePerson,
repräsentiert.
-
cardinality: Diese Einschränkung wird der Bequemlichkeit
halber zur Verfügung gestellt, um Aussagen für eine Klasse zu treffen,
dass minCardinality und maxCardinality beide 0 oder beide
1 sind. Beispiel: Die Klasse Person hat genau einen Wert für die
Property hatLeiblicheMutter. Daraus kann ein logisch Denkender
ableiten, dass nicht zwei verschiedene Instanzen der Klasse Mutter,
Werte für die hatLeiblicheMutter Eigenschaft ein und derselben
Person sein können.
Wechselnde Bezeichnungen für diese eingeschränkten Formen der
Kardinalität wurden diskutiert. Die derzeitige Empfehlung ist es,
alle solchen Bezeichnungen im Frontendsystem zu integrieren.
Mehr zu diesem Thema ist im webont Mail Archiv öffentlich zugänglich,
die wichtigste Nachricht hierzu ist unter
http://lists.w3.org/Archives/Public/www-webont-wg/2002Oct/0063.html zu erreichen.
3.6 OWL Lite Klassenschnittmengen
OWL Lite beinhaltet einen Schnittmengenkonstruktor,
beschränkt aber seine Benutzung.
-
intersectionOf: OWL Lite erlaubt die Schnittmengenbildung
von benannten Klassen und Restriktionen. Zum Beispiel kann die
Klasse AngestelltePerson als intersectionOf Person und
AngestelltenDingen (die wiederrum definiert werden kann als Dinge,
die minCardinality 1 für die Property hatArbeitgeber haben)
beschrieben werden. Daraus kann ein logischer Denker ableiten,
dass jede einzelne AngestelltePerson mindestens einen
Arbeitgeber haben muss.
3.7 OWL Datentypen
OWL verwendet die RDF Mechanismen für Datenwerte.
Siehe den OWL Guide
Abschnitt
über Datentypen für eine detailierte Beschreibung der
implementierten OWL Datentypen, die hauptsächlich den XML Schema
Datentypen entstammen.
3.8 OWL Lite Header Information
OWL Lite unterstützt Notationen zur Einbindung und
Verknüpfung von Ontologien und zum Anhängen von Informationen an Ontologien.
Siehe die
OWL Reference für
Details und den OWL
Guide für Beispiele.
3.9 OWL Lite Anmerkungen
OWL Lite erlaubt Anmerkungen für Klassen, Properties, Individuen
und Ontologie Headers. Die Verwendung dieser Annotationen unterliegt
bestimmten Einschränkungen. Siehe den
Abschnitt über
Annotationen in der OWL Referenz für Details.
3.10 OWL Lite Versionierung
RDF bietet bereits ein kleines Vokabular zur Versionierung.
OWL erweitert dieses Vokabular beträchtlich. Siehe die
OWL
Referenz für weitere Details.
4. Beschreibung der Sprachen
OWL DL and OWL Full
Beide, OWL DL und OWL Full benutzen das gleiche Vokabular,
auch wenn OWL DL einigen Einschränkungen unterliegt.
OWL DL verlangt Typenunterscheidung (eng.:"type separation", eine
Klasse kann nicht gleichzeitig ein Indiviual oder eine Property sein.
Eine Property kann nicht gleichzeitig ein Individual oder
eine Klasse sein). Dies impliziert, dass Restriktionen nicht auf
die Sprachelemente von OWL selbst angewendet werden können
(etwas, das in OWL Full erlaubt ist). Des weiteren verlangt
OWL DL, dass Properties entweder ObjectProperties
oder DatatypeProperties sind: DatatypeProperties sind Relationen
zwischen Instanzen von Klassen und RDF Literalen und XML Schema
Datentypen, während ObjectProperties Relationen zwischen
Instanzen zweier Klassen sind.
Das OWL
Semantics and Abstract Syntax Dokument erklärt die
Unterschiede und Grenzen. Wir beschreiben die OWL DL und Full Vokabularien,
die die Konstruktionen von OWL Lite erweitern im folgenden.
-
oneOf: (enumerated classes): Klassen können durch die
Aufzählung der Individuen, die die Klasse bilden, beschrieben werden.
Die Mitglieder der Klasse sind genau die Aufgezählten, nicht mehr
und nicht weniger. Zum beispiel kann die Klasse Wochentage durch
einfaches Aufzählen der Individuen Montag, Dienstag, ... Sonntag
beschrieben werden. Ein logisch Denkender kann die maximale
Kardinalität (7) jeder Property, die als allValuesFrom
Einschränkung Wochentage hat, ermitteln.
-
hasValue: (property values): Von einer Property kann
verlangt werden, dass sie bestimmte Individuen als Wert besitzt.
Zum Beispiel können Instanzen der Klasse dutchCitizens als die
Leute charakterisiert werden, die als Wert für Nationalität
theNetherlands haben. (Der Wert Nationalität, theNetherlands,
ist eine Instanz der Klasse von Nationalitäten)
-
disjointWith: Klassen können als disjunkt voneinander
definiert werden. Zum Beispiel können Mann und Frau als disjunkte
Klassen definiert werden. Von dieser disjointWith Aussage,
kann ein logisch Denkender eine Inkonsistenz ableiten,
wenn ein Individuum eine Instanz von beiden ist und ähnlich kann
er ableiten, dass wenn A eine Instanz von Mann ist,
es keine Instanz von Frau ist.
-
unionOf, complementOf, intersectionOf (Boolean
combinations): OWL DL und OWL Full erlauben beliebige boolsche
Kombinationen von Klassen und Properties: unionOf, complementOf
und intersectionOf. Zum Beispiel kann man durch die Benutzung von
unionOf aussagen, dass eine Klasse Dinge enthält, die entweder
UScitizens oder DutchCitizens sind. Durch die Benutzung von
complementOf kann man aussagen, dass Kinder keine SeniorCitizens
sind (d.h. die Klasse Kinder ist eine Unterklasse des Gegenteils
von SeniorCitizens). Staatsbürgerschaft der EU kann umschrieben
werden als Vereinigung von Staatsbürgerschaften aller Mitgliedsstaaten.
-
minCardinality, maxCardinality,
cardinality (full cardinality):
Während in OWL Lite Kardinalitäten auf mindestens, höchstens
oder genau 0 oder 1 eingeschränkt sind, erlaubt OWL full
Kardinalitätsaussagen für beliebige nichtnegative Integerwerte.
Zum Beispiel würde die Klasse DINKs ("Dual Income, No Kids")
die Kardinalität der Property hasIncome auf eine minimale
Kardinalität von 2 beschränken (während die Property hasChild
auf 0 würde beschränkt werden müssen).
-
complex classes :
In vielen Konstruktionen schränkt OWL Lite die Syntax auf
einfache Klassennamen (z.B. in subClassOf oder equivalentClass
Aussagen) ein. OWL full erweitert diese Einschränkung um beliebig
komplexe Klassenbeschreibungen, bestehend aus enumerated classes,
Einschränkungen von Properties, und boolsche Kombinationen.
Auch erlaubt OWL Full die Verwendung von Klassen als Instanzen
(während OWL DL und OWL Lite dies nicht zulassen.)
Mehr zu diesem Thema im "Design for Use" Abschnitt des Guide
Dokuments.
Dieses Dokument gibt einen Überblick über die Web Ontology Language,
indem es eine kurze Einführung gibt, warum jemand eine Web Ontology
Language brauchen könnte und wie OWL mit anderen W3C Sprachen
ineinandergreift. Es bietet außerdem eine kurze Beschreibung
der drei OWL Untersprachen: OWL Lite, OWL DL und OWL Full,
zusammen mit einem Überblick über die Merkmale jeder Sprache.
Dieses Dokument ist ein Update des Dokuments 'Feature Synopsis'.
Es bietet einfache Beschreibungen der Konstrukte, zusammen mit einfachen
Beispielen.
Es verweist auf die
OWL Referenz,
den OWL
Guide, und das
OWL Semantics and
Abstract Syntax Dokument für weitere Details. Vorhergehende
Versionen (
December
15, 2003,
September 5, 2003,
August
18, 2003,
July 30, 2003,
May 1, 2003,
March 20, 2003,
January 2, 2003,
July 29, 2002,
July 8, 2002,
June 23, 2002,
May 26, 2002, and
May 15, 2002) dieses Dokuments zeigen den zeitlichen Verlauf der
Evolution von OWL Lite und die Themen, die dabei diskutiert wurden.
-
[OWL Guide]
-
OWL Web Ontology Language Guide, Michael K.
Smith, Chris Welty, and Deborah L. McGuinness, Editors, W3C
Recommendation, 10 February 2004,
http://www.w3.org/TR/2004/REC-owl-guide-20040210/ .
Latest
version available at http://www.w3.org/TR/owl-guide/ .
-
[OWL
Reference]
-
OWL Web Ontology Language Reference, Mike Dean
and Guus Schreiber, Editors, W3C Recommendation, 10 February 2004,
http://www.w3.org/TR/2004/REC-owl-ref-20040210/ .
Latest version
available at http://www.w3.org/TR/owl-ref/ .
-
[OWL Abstract
Syntax and Semantics]
-
OWL Web Ontology Language Semantics and Abstract
Syntax, Peter F. Patel-Schneider, Pat Hayes, and
Ian Horrocks, Editors, W3C Recommendation, 10 February 2004,
http://www.w3.org/TR/2004/REC-owl-semantics-20040210/ .
Latest
version available at
http://www.w3.org/TR/owl-semantics/ .
-
[OWL Test]
-
OWL Web Ontology Language Test Cases, Jeremy J.
Carroll and Jos De Roo, Editors, W3C Recommendation, 10 February 2004,
http://www.w3.org/TR/2004/REC-owl-test-20040210/ .
Latest version
available at http://www.w3.org/TR/owl-test/ .
-
[OWL Requirements]
-
OWL Web Ontology Language Use Cases and
Requirements, Jeff Heflin, Editor, W3C
Recommendation, 10 February 2004,
http://www.w3.org/TR/2004/REC-webont-req-20040210/ .
Latest
version available at http://www.w3.org/TR/webont-req/ .
-
[OWL Issues]
-
Web Ontology Issue Status. Michael K.
Smith, ed. 1 November 2003.
-
[DAML+OIL
Reference]
-
DAML+OIL
Reference Description . Dan Connolly, Frank van
Harmelen, Ian Horrocks, Deborah L. McGuinness, Peter F.
Patel-Schneider, and Lynn Andrea Stein. W3C Note 18
December 2001.
-
[XML]
-
Extensible Markup
Language (XML).
-
[XML Schema]
-
XML
Schema .
-
[XML-SCHEMA2]
-
XML
Schema Part 2: Datatypes - W3C Recommendation,
World Wide Web Consortium, 2 May 2001.
-
[RDF/XML Syntax]
- RDF/XML Syntax Specification (Revised), Dave Beckett, Editor, W3C Recommendation, 10 February 2004, http://www.w3.org/TR/2004/REC-rdf-syntax-grammar-20040210/ . Latest version available at http://www.w3.org/TR/rdf-syntax-grammar/ .
-
[RDF Concepts]
- Resource Description Framework (RDF): Concepts and Abstract Syntax,
Graham Klyne and Jeremy J. Carroll, Editors, W3C Recommendation, 10
February 2004, http://www.w3.org/TR/2004/REC-rdf-concepts-20040210/ . Latest version available at http://www.w3.org/TR/rdf-concepts/ .
-
[RDF Schema]
- RDF Vocabulary Description Language 1.0: RDF Schema,
Dan Brickley and R. V. Guha, Editors, W3C Recommendation, 10 February
2004, http://www.w3.org/TR/2004/REC-rdf-schema-20040210/ . Latest version available at http://www.w3.org/TR/rdf-schema/ .
-
[RDF Semantics]
- RDF Semantics, Patrick Hayes, Editor, W3C Recommendation, 10 February 2004, http://www.w3.org/TR/2004/REC-rdf-mt-20040210/ . Latest version available at http://www.w3.org/TR/rdf-mt/ .
-
[Description Logics]
-
The
Description Logic Handbook. Franz Baader, Diego
Calvanese, Deborah McGuinness, Daniele Nardi, Peter
Patel-Schneider, editors. Cambridge University Press, 2003;
and Description Logics
Home Page.
Dieses Dokument ist das Ergebnis umfangreicher Diskussionen innerhalb
der Web Ontology
Arbeitsgruppe als ganzes. Teilnehmer dieser Arbeitsgruppe sind:
Yasser alSafadi, Jean-Francois Baget, James Barnette, Sean Bechhofer, Jonathan Borden,
Frederik Brysse, Stephen Buswell, Jeremy Carroll, Dan
Connolly, Peter Crowther, Jonathan Dale, Jos De Roo, David De
Roure, Mike Dean, Larry Eshelman, Jérome Euzenat,
Tim Finin, Nicholas Gibbins, Sandro Hawke, Patrick Hayes,
Jeff Heflin, Ziv Hellman, James Hendler, Bernard Horan,
Masahiro Hori, Ian Horrocks, Jane Hunter, Francesco
Iannuzzelli, Rüdiger Klein, Natasha Kravtsova, Ora
Lassila, Massimo Marchiori, Deborah McGuinness, Enrico Motta,
Leo Obrst, Mehrdad Omidvari, Martin Pike, Marwan Sabbouh,
Guus Schreiber, Noboru Shimizu, Michael Sintek, Michael K.
Smith, John Stanton, Lynn Andrea Stein, Herman ter Horst,
David Trastour, Frank van Harmelen, Bernard Vatant, Raphael
Volz, Evan Wallace, Christopher Welty, Charles White, und
John Yanosy.
Anmerkung des Übersetzers:
Das Änderungsverzeichnis des Originaldokuments entnehmen Sie bitte dem
demselbigen.